St. Anton

 

Die Orgel der Antoniuskirche in Basel:

Die am 06.09.1931 eingeweihte Orgel auf der Westempore der Antoniuskirche wurde durch die Firma Orgelbau Willisau erbaut. An der Planung waren Ernst Schiess als Orgelsachverständiger und Karl Moser als Architekt beteiligt. Die 13 Zungenregister wurden von der Spezialfirma Vve. Leau & Fils (Paris) geliefert. Die Orgel hat einen offenen Prospekt ohne Gehäuse, der in einer raffinierten Verschränkung von Symmetrie und Asymmetrie 50 Pfeifen der Principale 16’ von Hauptwerk und Pedal (in chromatischer Folge) sowie eine Pyramide von 14 Pfeifen der Bombarde 16’ des Hauptwerks zeigt. Ein klarer Werkaufbau fehlt.

 

Die Orgel ist mit elektropneumatischer Traktur, Reisner-Magneten und Taschenladen ausgestattet. Der ursprüngliche Spieltisch mit acht Setzerkombinationen wurde 1961 in einem Willkürakt der Kirchenverwaltung durch den noch heute vorhandenen fahrbaren Spieltisch mit einem erheblich reduzierten Angebot an Spielhilfen ersetzt. Im Jahr 1976 erfolgte eine Renovation durch die Firma Orgelbau Kuhn (Männedorf), bei der die Intonation einiger Register verändert wurde.

 

Die röm.-kath. Kirche St. Anton ist die erste Betonkirche der Schweiz (1927) und wurde zur Zeit ihrer Planung und Erbauung als völlig neuartiges Bauwerk angesehen. Sie erhielt die (damals wie heute) zweitgrösste Orgel der Stadt, die sowohl äusserlich, klanglich, als auch im Anspruch, damals neue Tendenzen exemplarisch zu verwirklichen, hervorragend zur Kirche passt. Der Klangaufbau verbindet Einflüsse der frühen Orgelbewegung mit Elementen der französisch-symphonischen Tradition. Die fortschrittliche Disposition, die ursprüngliche reiche Ausstattung mit Spiel- bzw. Registrierhilfen, der ungewöhnliche Pedalumfang und die aufwändige Beschaffung der zahlreichen Zungenregister bei einer Spezialfirma im Ausland verweisen auf das Vorbild der nur ein Jahr älteren Kuhn-Orgel des Berner Münsters, die allerdings Ende der 1990er-Jahre beseitigt wurde.

 

Disposition:

62 klingende Register und 3 Transmissionen

 

I. Manual (Hauptwerk)
C - g’’’
17 Register und 1 Transmission

Principal 16’
Gedacktkoppel (= Transmission Gedackt 16’ aus SW)
Principal 8’
Gedackt 8’
Gemshorn 8’
Flauto major 8’
Octave 4’
Nachthorn 4’
Spitzflöte 4’
Quinte 2 2/3’
Superoctave 2’
Spillflöte 2’
Mixtur major 6-8fach 2’
Mixtur minor 4fach 1/2’
Cornet 5fach ab f 8’
Bombarde 16’
Trompete 8’
Clarine 4’

II. Manual (Positiv)
C - g’’’
13 Register und 1 Transmission

Gedackt 16’ (Transmission aus SW)
Principal 8’
Gedackt 8’
Quintatön 8’
Octave 4’
Rohrflöte 4’
Nasat 2 2/3’
Superoctave 2’
Nachthorn 2’
Larigot 1 1/3’
Scharf 5-8fach 1’
Zimbel 3fach 1/5’
Krummhorn 8’
Schalmei 4’
Tremolo

III. Manual (Schwellwerk)
C - g'''
17 Register

Gedackt 16’
Principal 8’
Zartgedackt 8’
Salicional 8’
Unda maris 8’
(erst seit 1976 schwebend gestimmt, vorher gleiche Pfeifen als Flöte bezeichnet)
Octave 4’
Blockflöte 4’
Quintatön 4’
Sesquialtera 2 2/3’ + 1 3/5’
Waldflöte 2’
Sifflöte 1’
Mixtur 6fach 1 1/3’
Zimbel 4fach 1/3’
Fagott 16’
Trompette harm. 8’
Oboe 8’
Clairon harm. 4’
Tremolo

Pedal
C - g' (!!)
15 Register und 1 Transmission

Subbass 32’
Principal 16’
Subbass 16’
Gemshorn 16’
Gedackt 16’ (Transmission aus SW)
Principal 8’
Gedackt 8’
Gemshorn 8’
Octave 4’
Nachthorn 4’
Flöte 2’
Mixtur 8fach 5 1/3’
Posaune 16’
Dulcian 16’
Trompete 8’
Clarine 4’

Koppeln

III - II, III - I, II - I, III - P, II - P, I - P
Generalkoppel

Spielhilfen

Crescendo-Tritt
Absteller für die 16’-Register der Manuale
Einzelabsteller für die Zungenregister und Subbass 32’

2 freie Kombinationen
3 feste Kombinationen