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Ref. Christuskirche, Allschwil

Baslerstrasse 222
4123 Allschwil
Erbaut von Architebüro Bräuning, Leu und Dürig
Baujahr 1932

 

Christuskirche und Kirchli - Reformierte Kirchen in Allschwil

Entlang der Baslerstrasse stehen zwei reformierte Kirchen, die unterschiedliche Epochen und architektonische Haltungen widerspiegeln:

Das neugotische Kirchli aus dem späten 19. Jahrhundert und die Christuskirche aus der Zeit des architektonischen Aufbruchs der 1930er-Jahre. Trotz ihrer Verschiedenheit erzählen beide Bauten von der Entwicklung der Gemeinde und ihrem kirchlichen Leben.

Christuskirche

Nachdem das Reformierte Kirchli für die wachsende Gemeinde zu klein geworden war, entschloss sich die Kirchgemeinde anfang des 20. Jahrhunderts zum Bau einer neuen Kirche. So entstand 1932 im Neubauquartier, östlich des historischen Dorfkerns von Allschwil die evangelisch-reformierte Christuskirche. Sie ersetzt die bisherige kleine neugotische Kirche der reformierten Kirchgemeinde und prägt mit ihrer klaren architektonischen Formsprache bis heute das heterogene Umfeld.

Mit dem Bau wurde das damals junge Basler Architekturbüro Bräuning, Leu und Dürig beauftragt, das in den folgenden Jahren in Basel mehrere bedeutende Bauvorhaben realisierte. Die Christuskirche gehört zu den frühen Beispielen eines vom Geist des Bauhauses geprägten Kirchenbaus in der Region.

Der Bau markiert zugleich einen architektonischen Wandel: Während die Vorgängerkirche noch im Stil der Neugotik errichtet war, zeigt sich hier eine sachliche, funktionale Formensprache der Moderne. Auch in der Wahl der Materialien wird dieser übergang sichtbar - an die Stelle traditioneller Steinbauweisetritt der moderne Einsatz von Stahlbeton.

Die architektonischen Gestaltungsmittel sind die regelmässig gereihten grossflächigen Fenster auf der Ost- und Südseite, sowie der geometrische Raster der Schallöffnungen im Turm.

 

Der Innenraum des Kirchenschiffes wird geprägt durch markante, durchlaufende Betonbinder und längsgerichtete Balken, wodurch decken und Wände wie eine dünne Raumhülle erscheinen. Die grossen Fensterflächen lösen die Wand weitgehend auf und erfüllen den Raum mit Licht.

Gleichzeitig bildet die Kirche mit ihrer klaren Akustik und ihrer architektonischen Offenheit einen idealen Raum für die Orgelmusik und das musikalische Leben der Gemeinde.

In seiner klaren, hallenartigen Gestaltung erinnert der Raum mitunter an eine Fabrikhalle - ein Bild, das auf die Idee verweist, dass Beten und Arbeiten zusammengehören: "Ora et labora".

Mit Elementen wie dem ungeteilten Kirchenschiff, dem klaren Raster der Tragstruktur und der Auflösung der Wandflächen durch Fenster nimmt der Bau zugleich Bezug auf grundlegende Prinzipien des mittelalterlichen Kirchenbaus.

Die Christuskirche überzeugt durch ihre schlichte Formensprache, die eine undogmatische und zeitlose Modernität verkörpert. Als Bauwerk der Zwischenkriegszeit, geprägt von einem sparsamen Umgang mit Material und Form, besitzt sie einen hohen architekturgeschichtlichen Wert.

Seit 1998 steht die Kirche unter kantonalem Denkmalschutz.

Im Vergleich mit dem älteren Reformierten Kirchli wird dieser Wandel besonders deutlich. Diese beiden Kirchen spiegeln den tiefgreifenden Wandel der architektonischen Vorstellungen wider, der sich innterhalb von weniger als einem halben Jahrhundert vollzogen hat. Jede von ihnen bringt den Geist der Zeit zum Ausdruck und steht zugleich bis heute im Zentrum des kirchlichen Lebens der Gemeinde.