<- Orgeln
Ref. Christuskirche, Allschwil
| Erbaut von | Orgelbau Metzler AG / Orgelbau Kuhn (Revision) / Orgelbau Genf AG (Revision) |
| Baujahr | 1933 / 1971 Revision / 1997 Revision |
Die Orgel der Christuskirche
Die Orgel der Christuskirche Allschwil wurde von Anfang an in enger Verbindung mit dem architektonischen Konzept der Kirche geplant. 1931 entschied man sich nach eingehender Diskussion für den Einbau des Pfeifenwerks in eine Mauernische oberhalb der Kanzel, über der Sakristei. Ausschlaggebend war der Gedanke, dass Organist und Chorleiter bei Gottesdiensten und Konzerten visuell verbunden sein sollten und Chor sowie Orgel nicht hinter dem Publikum positioniert würden.
Durch diese räumliche Trennung von Pfeifenwerk und Spieltisch war eine elektrische Übertragung notwendig. Es wurde daher eine elektro-pneumatische Traktur gewählt – damals eine hochmoderne Lösung, die sich harmonisch in die sachliche, vom Bauhausgedanken geprägte Architektur einfügte.
Technisches System
Bei der elektro-pneumatischen Traktur wird der Tastendruck elektrisch übertragen; die eigentliche Öffnung der Ventile erfolgt pneumatisch. Dieses System ermöglicht eine freie Platzierung des Spieltisches, eine direkte Signalübertragung sowie eine gleichmässige, angenehme Spielart.
Klangliche Konzeption
Das Instrument entstand in einer Zeit des stilistischen Übergangs, orientiert sich jedoch in seiner klanglichen Konzeption am neobarocken Ideal der Zwischenkriegszeit. Dieses Ideal strebt eine klare Prinzipalbasis und ein differenziertes Plenum an, das sich besonders für die Interpretation barocker Literatur eignet.
Das Hauptwerk bildet mit Gedackt 16', Prinzipal 8' und Oktave 4' ein tragfähiges Fundament. Die Mixtur sorgt für Brillanz und Plenumskraft, ohne in der relativ kompakten Orgelkammer übermässig zu dominieren.
Das Schwellwerk erweitert das Spektrum um farbige Einzelstimmen wie Gemshorn, Nachthorn und Waldflöte. Mit Sesquialter und Cymbel verfügt das Werk über typische Klangkronen für solistische Literatur des Barock und der Orgelbewegung. Die schöne Trompete 8' ergänzt das Ensemble um eine durchsetzungsfähige Zungenstimme.
Das Pedal ist solide fundiert (Subbass 16') und ermöglicht dank Transmission eine flexible Bassführung. Insgesamt ergibt sich ein ausgewogenes, transparentes Klangbild, das sich besonders für barocke Literatur und für die Begleitung reformierter Gemeindegesänge eignet.
Geschichte und Revisionen
1933 erbaute Orgelbau Metzler AG das Instrument.
1971 erfolgte eine umfassende Revision durch Orgelbau Kuhn AG mit Erweiterung des Registersbestandes. Dazu wurden drei neue Register eingebaut: Superoktav im Hauptwerk, Principal im Schwellwerk und Piffaro im Pedal. Um einen sinnvoll klareren Klang zu erreichen, wurden die Mixtur vom Manual I von 6 auf 4 Fach und die Cymbel vom Manual II von 4 auf 3 Fach reduziert.
1989 erfolgte eine weitere Revision durch die Orgelbau Genf AG.
Im Zuge der Innenrenovierung im Jahr 1997 wurde die Orgel unter Schutz gestellt und durch Orgelbau Genf AG mit einem neuen elektrischen Spieltisch ausgestattet. Der Spieltisch wurde an seine heutige Position versetzt, um eine bessere Klangkontrolle zu ermöglichen.
Der heutige Spieltisch aus Birnbaumholz verfügt über eine moderne elektronische Steuerung und 32 Setzerkombinationen. Sämtliche Pfeifen wurden revidiert, wodurch der Klang an Klarheit und Frische gewann.
Heute präsentiert sich die Orgel klanglich stabil und differenziert. Sie verfügt über 16 Originalregister von Orgelbau Metzler, zwei geänderte Register und drei neue Register, die sich optimal ins Gesamtklangbild einfügen. Als eine der letzten erhaltenen elektro-pneumatischen Orgeln ihrer Art im Kanton Basel-Landschaft besitzt sie sowohl orgelhistorischen als auch denkmalpflegerischen Rang. Damit dokumentiert sie einen wichtigen Abschnitt der Orgelbaugeschichte des 20. Jahrhunderts und ist für Forschung und Praxis von besonderem Wert.

Disposition
|
Manual I - Hauptwerk (C-g''') |
Manual II - Schwellwerk (C-g''') |
|
Gedackt 16' Mixtur III-IV 1 /3' |
Gedackt 8' |
|
Pedal (C-f') |
|
|
Subbass 16' |
Koppeln und Spielhilfen I-P, II-P, II-I
Registercrescendo 4x8
Setzerkombinationen + Tutti
